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In Bewegung

Guten Morgen,


ich war gesund, reich und schön - dann klingelte mein Wecker.


Während die meisten noch mit den Räubern oben unten tanzen, muss ich heut wieder durch die Realität pogen.

Et is wie et is!


Heute steht meine siebte Nachsorge an. Auch wenn ich fühle, dass alles gut ist - solche Termine liegen ganz schwer auf den Schultern und werfen mich zurück in das knallharte hier & jetzt. Mir wird schmerzlich bewusst, welchen Weg ich hinter mir habe und immer noch gehen muss. Ja, mit der OP oder dem Ende der Akuttherapie, hört nicht alles so einfach auf. Man wird immer wieder daran erinnert.


Versteht mich nicht falsch - mir geht es gut. Emotional und körperlich bin ich noch lange nicht da, wo ich gerne wäre. Ich lerne nur seit zwei Jahren, wie ich bei allen Tänzen - die ich nie tanzen wollte - die Führung übernehmen kann. Dieser Prozess ist manchmal nervig, oft kräftezehrend und eigentlich nie endend.


Wenn ich das Ganze aber aus einer anderen Perspektive betrachte, denke ich: immerhin tanze ich! Nicht immer in bester Form, nicht immer den Takt vorgebend, aber ich tanze. Selbst im größten Sturm. Ich bleibe in Bewegung. Das ist, was zählt.



Morgen ist übrigens Valentinstag, der Tag meiner Diagnose vor zwei Jahren. Es ist verrückt, wie die Zeit rast und macht nochmal deutlich: die Krankheit bleibt immer ein Teil von mir. Ob ich will und nicht.

Letztes Jahr saß ich mit Sekt und Wunderkerzen "ich bin immer noch da" singend auf der Krebsbank. Morgen kriege ich eine Portion Propofol, damit mein Darm gespiegelt werden kann. Jippie!


Allen Jecken da draußen einen schönen, letzten Karnevalstag. Alaaf! 🤡

 
 
 

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