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Bisschen bunt

Zwei Untersuchungen von Vier, immer noch Ruhe in mir.


Kurze Entwarnung vorab:


1/4: Meine Tumormarker und meine Leberwerte sehen gut aus.


2/4: Am Mittwoch stand schon der Termin bei meinem Brustarzt an. Dieses Mal von der Pusteblume keine Spur. Ich war die Ruhe selbst im Wartezimmer. Dr. D. war an dem Tag im Haus, das hat mich wirklich gefreut. Kurzes Gerede und schon ging's an die Brust. Mein Mann Tim durfte mit ins Behandlungszimmer und Dr. D. hat sich wieder viel Zeit für mich genommen. Er tastete zuerst die Brust ab, spürte die Verhärtung und machte dann eine Sonographie beider Brüste. Währenddessen er mit dem Ultraschallkopf Zentimeter für Zentimeter untersuchte, erklärte er uns immer dabei was wir auf dem Monitor sehen können. Ich habe mir allerdings nichts davon gemerkt, mir war nämlich nur eins wichtig: ist diese Verhärtung bösartig oder nicht? Wie ein Adler starrte ich auf den viereckigen Kasten, konnte aber keinen dunklen Fleck erkennen. Wer schonmal einen Ultraschall bekommen hat, wird wissen: eigentlich sieht alles gleich aus. Deshalb war ich froh, als Dr. D. mitteilte er könne nichts Bösartiges erkennen. In keiner Brust! Die linke Brust - also die Operierte - ist wärmer als die Andere und noch etwas geschwollen. Er sieht aber "nur" entzündetes Gewebe, das durch die Bestrahlung einfach beschädigt wurde und Zeit für Heilung braucht. Das erkennt man ganz gut daran, weil die Haut unter der Narbe noch 4,5 mm dick ist, statt normale 1-2 mm.


Ich erzählte ihm von den Tumormarkern und den Schmerzen in den Knochen. Irgendwie hatte ich gehofft, dass er sagt ich könnte mir die Knochenszintigraphie sparen wenn die Werte gut sind. Aber er sagte folgendes: "Tumormarker können oft falsche Freunde sein." Sie sind also nicht bei jedem Krebs aussagekräftig. Deshalb soll ich den Termin zur Sicherheit wahrnehmen. Allerdings erwähnte er auch nochmal, dass Gelenk- und Knochenbeschwerden eine Nebenwirkung von Letrozol sind. Das weiß ich natürlich schon. Nur fühlt sich das seit geraumer Zeit einfach anders, intensiver und schmerzhafter an. Aber: die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Also hoffe ich, dass Untersuchung 3/4 und 4/4 Ende März auch gut ausgehen.


Wie ihr seht, sind die ersten Termine gut ausgegangen. Und jetzt stellt euch mal vor ich hätte den Teufel an die Wand gemalt oder mich von der Welle mitreißen lassen. Ich weiß ja selbst, dass es manchmal leichter gesagt als getan ist. Von daher würde ich nie sagen, dass mir das nie wieder passiert.

Es wäre auch gelogen wenn ich sage, das Ganze prallt an mir ab. Das tut es nicht. Manchmal packt mich die Angst schon und ich frage Dr. Google alle möglichen Sachen zum Thema Knochenmetastasen. Passt natürlich auch immer wie die Faust aufs Auge. Ich denke nur, dass ich an meiner beschissenen Situation gewachsen bin und gelernt habe Ruhe zu bewahren. Wenn ich merke die Panik in mir steigt auf, schließe ich Google oder beende die Gedankengänge in meinem Kopf. Vor einem Jahr war das überhaupt nicht möglich. Vielleicht schaffe ich das auch nicht immer, aber auch das ist ok.

Sorgen kann ich mir machen, wenn es soweit ist. Und auch dann lernt man irgendwie im Regen zu tanzen. Sonne und Regen ergeben ja auch oft einen schönen Regenbogen. Also bunt wird's immer ein bisschen - auch wenn man es manchmal zwischen all den dunklen Wolken nicht erkennt.



Mega poetisch unterwegs heute,

euer Fuchsmädchen.


 
 
 

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