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Die Frage aller Fragen

Aktualisiert: 27. März 2022

Warum konnte man den größeren Knoten in keiner Untersuchung sehen?


Das habe nicht nur ich mich gefragt. Viele haben mir genau diese Frage gestellt und heute kann ich auch eine Erklärung dazu abgeben, zumindest teilweise. Dr. D. hat mir Gewissheit gegeben und gleichzeitig tausend Fragezeichen in meinen Kopf gepflanzt. Denn auf die Frage aller Fragen gab es folgende Antwort:

"Dem Chef war der zweite Knoten schon bekannt. In der Sonographie ist der Knoten aber 0,5 mm groß. Wie die Frauenärztin auf 1,8 cm kommt, weiß ich nicht. Ein MRT ist aber genauer und kann Aufnahmen in die Tiefe machen, was eine Sono nicht kann. Da sprechen wir von ein paar Millimetern. Die Beiden liegen so nah beieinander, dass man von einem spricht."

Ich soll mir keine Sorgen machen, die Tumore sind klar sichtbar und daher gut operierbar und und und....so in etwa waren die Worte. Erstmal hat sich eine riesen Erleichterung breit gemacht, weil es anscheinend keine neue Info für die Ärzte ist.

"Ist es nicht besser das Gewebe ganz zu entfernen, wenn schon ein zweiter Tumor da ist?", war meine zweite Frage. Denn irgendwie fühle ich, dass mir die Abnahme der Brust oder zumindest die Entnahme des Gewebes ein viel besseres Gefühl geben würde. Wenn ein zweiter Tumor da ist, bildet sich sicherlich immer ein Neuer irgendwo in der Brust.

Dr. D's Antwort darauf war: "Heutzutage versucht man brusterhaltend zu operieren. Bisher sehen Ihre Werte gut aus und wir hoffen, dass das auch so bleibt. Nach der OP werden die Tumore untersucht. Sollten die Werte extrem schlecht sein, können wir immer noch über eine zweite Operation oder das Entnehmen des Gewebes sprechen."


Das Gespräch hat mir sehr gut getan und mich etwas beruhigt. Im Nachhinein denke ich aber, warum man mir das nicht von Anfang an gesagt hat, dass da ein zweiter Tumor ist?! Da die Ärzte das medizinisch als "einen Tumor" betrachten, haben sie vermutlich nicht darüber nachgedacht mir das mitzuteilen.Trotzdem wäre es schön gewesen, weil es mir zwei Tage Todesangst und Traurigkeit erspart hätte. Auf meiner Liste für Fragen steht nun also auch drauf, dass mir bitte alles ganz offen und ohne Umschweife mitgeteilt werden soll. Jeder auch nur noch so kleine Verdacht auf irgendetwas. Für die Ärzte ist der Fall medizinisch vielleicht klar und deutlich, für mich als Laie aber alles absolutes Neuland und sowieso schon begleitet mit vielen Fragezeichen und Unsicherheiten. Im Bericht vom MRT steht eindeutig: ca. 18 mm und 10 mm große Tumorherde. Diesen habe ich allerdings erst gestern Abend bekommen, also sprechen wir da nicht nur von ein paar Millimetern. Außerdem steht da, dass der 18 mm Tumor mit einem Clip markiert ist. Dabei ist es eigentlich der 0,9 Knotenarsch, der markiert wurde. HÄ?!?!?! Da werde ich definitiv auch nochmal nachfragen müssen.


Ob ich den Ärzten noch vertraue? Ja! Kommunikation ist da wohl das A und O. Wenn ich das meinem Brustarzt erkläre, wird es für mich zukünftig bestimmt transparenter gemacht. Dazu muss man auch sagen, dass ich ein Mensch bin, der alles immer haargenau verstehen möchte. Deshalb wurmt es mich vielleicht mehr, als es andere ärgern würde. Auch wenn ein 1,8 cm großer Knoten eine beschissenere Ausgangslage bedeutet als 0,5 cm...letztlich ist es wichtig, dass beide Knotenärsche nächste Woche endlich herausoperiert werden!


Jetzt noch kurz etwas Aktuelles, allerdings vielleicht nichts für schwache Mägen.


Seit 1 1/2 Wochen habe ich Bauchschmerzen und ein komisches Bauchgefühl. Es grummelt, es knurrt und auch mein Stuhlgang hat sich verändert. Gestern habe ich dann bemerkt, dass ich aus der Scheide blute. Meine Periode? Aber ich bin doch in den Wechseljahren! Es waren richtig schwarze Pfropfen sichtbar und ich hab schon das Schlimmste befürchtet. Laut Google habe ich Eierstock, Nieren, Magen - oder Darmkrebs. Generell hat übrigens jede Veränderung etwas mit Krebs oder Metastasen zutun. Man reagiert sehr sensibel auf den Körper, horcht viel genauer und macht sich dadurch natürlich auch komplett verrückt. Um nicht vollends den Verstand zu verlieren, rief ich bei meiner Frauenärztin an und ich durfte sofort kommen. Ihre Vermutung war, dass die Spritze - die ich am Anfang der Diagnose bekam - ihre Wirkung nachlässt. Nach einem vaginalen Ultraschall bestätigte sich die These auch. Meine Eierstöcke waren wieder richtig aktiv und daher die Blutung! Also bekam ich gestern wieder die dicke Spritze in den Bauch gejagt und wurde somit wieder ganz schnell in die Wechseljahre katapultiert. Mein veränderter Stuhlgang hat aber nichts damit zu tun und das soll ich nächste Woche im Krankenhaus ansprechen. Da ich vor 4 Wochen noch ein CT hatte, geht sie nicht davon aus, dass der Krebs Schuld daran ist. Aber komisch findet sie es wohl auch. (Ich habe mal mit Absicht auf die Beschreibung verzichtet :)) Da lass ich mich dann nächste Woche wohl überraschen, welche Scheiße mich da wohl wieder erwartet. Im wahrsten Sinne. Vielleicht ist es auch etwas ganz harmloses.


Das ist die dicke Spritze, die meiner Eierstöcke lahm legt und die Tabletten dabei unterstützt meinen Körper in den Wechseljahren zu halten.

 
 
 

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