Die zwei großen G's
- fuchsmaedchen9
- 7. März 2022
- 3 Min. Lesezeit
Gesundheitssystem und Geld.

Wer kennt ihn nicht, den berühmten Satz "Geld regiert die Welt". Bis dato habe ich wirklich gedacht, dass einem zumindest das bei einer Krebsdiagnose erspart bleibt. Heute sollte ich eines besseren belehrt werden. Ich bin wirklich sauer auf unser Gesundheitssystem und fühle mich mit meinem Knotenarsch und der ganzen Situation sowieso schon gestraft genug. Man man man. Aber alles von vorn:
Um vor der Operation weitere Herde auszuschließen, soll ein MRT der Brust gemacht werden. Netterweise hat Dr. D. in einer Praxis angerufen und die haben dort alle Hebel in Bewegung gesetzt, dass ich ganz schnell einen Termin bekomme. Diesen sollte ich heute bestätigen, also rief ich dort an. Der nette Mitarbeiter hat mich dann darauf hingewiesen, dass dieses MRT nicht immer von den Krankenkassen bezahlt wird und oft als Privatleistung erbracht werden müsse. Er hat also den Termin geblockt, mir aber ans Herz gelegt mit meiner Krankenkasse zu sprechen, damit ich nicht aus allen Wolken falle, wenn die Rechnung kommt. Und nur um es mal auf den Punkt zu bringen, die Untersuchung kostet 500 Euro. Also hängte ich mich an den Telefonhörer.
Da ich diagnostizierten Brustkrebs habe, wird das schon bezahlt werden. Wenn nicht bei sowas, wann dann.
DACHTE ICH! Der Angestellte der Krankenkasse erklärte mir, dass ich einen Antrag stellen müsse, dann würde das entschieden. Dass er mir aber jetzt schon sagen kann, dass ich den Anforderungen nicht entspreche.
Anforderungen?! Was für Anforderungen?!
Das MRT der Brust bekommt man nur unter zwei Bedingungen gezahlt:
Rezidivausschluss vom Mammakarzinom nach brusterhaltender Therapie
Primärer oder sekundärer Wiederaufbau
Ganz genau verstehe ich das alles nicht, aber was ich verstehe ist: ich gehöre nicht dazu. Und den Antrag kann ich mir genauso gut sparen. Also vereinfacht gesagt, ich entspreche nicht den "Anforderungen" und bekomme daher das MRT nicht gezahlt. Ich weiß, dass die Menschen in den Krankenkassen nichts dafür können. Deshalb habe ich mir sagen lassen, wo so etwas entschieden wird, was eine Kassenleistung ist und was nicht. Wenn mein Ärger sich etwas gelegt hat, werde ich dem GBA (Gemeinsamer Bundesausschuss) eine Email schreiben. Ich empfinde das nämlich als absolute Frechheit und es macht mich echt sauer. Für mich ist der Zug abgefahren, aber vielleicht wird dann für zukünftige Erkrankte etwas geändert! Mein Wunsch wäre auch GARKEIN MRT zu brauchen. Ich habe ja einen triftigen Grund. Es ist ja nicht so, dass ich nichts habe und mal eben schauen will, was in meiner Brust so los ist. Da könnte ich die Privatleistung ja noch iiiirgendwie verstehen.
"Für jeden Scheiß kriegste ein MRT, dafür aber nicht. Wo ist da die Logik?!".... der Mitarbeiter sprach mir aus der Seele.
Kurz habe ich mich mit meinem Mann beraten, ob ich die Untersuchung machen soll oder nicht. Die Mammographie zeigte nämlich erstmal nur den nullkommaneun Knotenarsch. Aber ernsthaft: wenn ich dann operiert werde und der operierende Arzt stellt fest ups da sind noch 2 weitere Herde? Ich würde mir nie verzeihen, nicht alles mögliche gemacht zu haben, um die Operation so sicher wie möglich zu machen.
Mir ist bewusst, dass das Meckern auf hohem Niveau ist. Es gibt Schlimmeres... der Fehler im System ärgert mich trotzdem. Und falls das nicht deutlich geworden ist:
Geld regiert die Welt FIND ICH SCHEIßE! Neue Ergebnisse gibt es auch noch nicht. Ätzend.
Zusammenfassend stelle ich also fest: Tausche Krebs gegen Sparschwein! Jemand Interesse? Spaß beiseite, das wünsche ich natürlich keinem! :)




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