Dr. D., mein Held des Tages!
- fuchsmaedchen9
- 17. Feb. 2022
- 3 Min. Lesezeit
Bevor ich euch von meinem Tag erzähle, zuerst die Nachricht zum Aufatmen: DER KREBS HAT NICHT GESTREUT! Und ich habe schon genaue Infos, wie es in der nächsten Zeit weitergeht. Aber alles von vorn.
Zunächst stand die Mammographie an und ich kann eins sagen: das tut scheiße weh. Selten werden meine Brüste zwischen zwei riesen Platten so zusammengedrückt, deshalb konnte ich erstmal nur von Erzählungen davon ausgehen, dass es a)wehtut, b)unangenehm oder c)total harmlos ist. Also sollte mich jemand fragen, ob es wehtut, wenn zwei schwere Klötze deine Brüste zusammenquetschen: JO, es tut weh. Aber diesen Schmerz habe ich gerne auf mich genommen, denn der Arzt sagte mir direkt danach, dass der Knoten wirklich nur winzig und kaum sichtbar ist. Zum ersten Mal seit Montag hab ich mal so richtig aufgeatmet!
Beim CT ging es dann etwas turbulenter zu. Zuerst musste ich einen Fragebogen ausfüllen und währenddessen ein leckeres Mittel trinken.

Bei der Frage: "Sind Sie schwanger?" musste ich doch tatsächlich mit ? antworten. Heute ist meine Periode fällig, aber bisher nichts in Sicht. Es ist aber sehr unwahrscheinlich. So hab ich es auch auf dem Fragebogen notiert. Aber ohne eindeutiges nein wird kein CT gemacht. Zum Glück durfte ich noch einen Schwangerschaftstest machen, der eindeutig negativ zeigte. So konnte die Untersuchung mit viel Verzögerung stattfinden. Und während ich darauf wartete in die Röhre zu dürfen, habe ich doch tatsächlich meine Periode bekommen. Was für ein Heckmeck!
Die erwähnte Knochenuntersuchung (Knochenszintigraphie) wurde nicht gemacht. Da habe ich wohl etwas falsch verstanden. Wie mir Dr. D. erklärte, gibt es nicht mehr soviele Nuklearärzte die die Untersuchung durchführen und deshalb müsse ich noch etwas auf die Untersuchung warten. Okay, soweit sogut.
Der nächste Schritt war dann der Gang zum Spezialisten, in der Hoffnung irgendwelche Ergebnisse sind schon bei ihm eingetrudelt. Leider funktioniert das alles nicht so schnell, wie mir lieb wäre. Aber der Arzt hat sich dennoch zwei Stunden Zeit genommen, mir und meinem Mann die nächsten Schritte zu erklären. Und hat währenddessen mit Praxen telefoniert, um Termine für mich auszumachen. Dieser Mann war während des Gesprächs schon ein kleiner Held für mich! Er hat Dinge mehrmals erklärt, war sehr einfühlsam und realistisch, hat Fragen zugelassen und sie ehrlich beantwortet. Und in der ganzen Zeit merkte ich oder merkten wir: dieser Dr. D. macht nicht nur einfach seinen Job, der ist mit Herz dabei. Also bin ich mit einem recht positiven Gefühl nachhause gegangen und war nicht mehr so in Panik versetzt, ob der Krebs gestreut haben könnte oder nicht.
Dr. D. hat einen BEST CASE Plan aufgestellt, falls keine Metastasen im CT sichtbar sind, alle anderen Untersuchungen unauffällig bleiben und die Therapie anspringt. Und da wir zunächst vom best case ausgehen, wird die Behandlung zunächst wie folgt aussehen:
Hormontherapie, 3 Wochen, 1x1 Tablette täglich, 1x1 Spritze wöchentlich.
Nach 3 Wochen eine erneute Biopsie, um zu gucken ob die Zellteilung vom Tumor gedrosselt wurde. (Aktuell liegt mein Wert bei 30% und sollte nach dieser Behandlung bei ca. 15% liegen) Das würde bedeuten, dass mein Knotenarsch auf Hormone reagiert und ich mir eventuell sogar eine Chemotherapie sparen könnte. Es bleibt also weiterhin nervenaufreibend und ich hoffe so so so sehr, dass ich keine Chemo brauche. Danach würde der Knoten operativ entfernt werden und im Anschluss daran und nach Abheilung der Narbe wird eine Bestrahlung durchgeführt.
In den nächsten Wochen stehen noch einige Untersuchungen an.

Im Übrigen hat Dr. D. sich dahintergeklemmt, dass meine CT Ergebnisse schon da sind. Wer schonmal ein CT oder MRT gemacht hat wird sicherlich wissen, dass die Ergebnisse meist 2-3 Werktage später vorliegen. Dr. D. ist in die Praxis gegangen und hat gesagt, wie wichtig es ist, dass er die Ergebnisse schon hat. Und während ich dann beim Frauenarzt auf meine Rezepte und Überweisungen gewartet habe, kam mein Held des Tages durch Zufall aus dem Sprechzimmer meiner Frauenärztin und teilte mir mit, dass er das Ergebnis schon hat und das CT negativ ausgefallen ist. Vor Erleichterung habe ich richtige Krokodilstränen geweint und mich ganz oft bedankt. Falls Sie das irgendwann mal lesen Dr. D.: Durch ihren Gang in die Praxis haben Sie mir einige Stunden zittern und bibbern genommen. Und auch wenn ich weiß, dass der Weg noch hart, schwer, dunkel und schwierig sein kann: heute Abend genieße ich das erste Mal seit Tagen keine Todesangst mehr zu haben. DANKE!

Und auch an alle Menschen, die das lesen und mir heute viele gute Gedanken geschickt, Kerzen angezündet, die Daumen gedrückt, positive Nachrichten geschickt haben und für mich da waren: DANKE!
Und an meine Lieblingsmenschen sowieso! Ihr seid mein Anker in dieser Zeit!




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