Runde drei
- fuchsmaedchen9
- 23. Feb. 2023
- 3 Min. Lesezeit
Eigentlich stand letzte Woche Freitag die dritte Nachsorge an, aber die habe ich im wahrsten Sinne des Wortes verpennt. Nein, das lag nicht an Karneval. Ich war einfach komplett übermüdet. Deshalb stand der Termin heute auf dem Plan und was soll ich sagen, das Resultat ist ernüchternd. Irgendwie hatte ich schon Tage vor dem Termin ein mulmiges Gefühl. Aber so wie das dann ist, alle sagen es wird schon alles gut und man soll sich nicht verrückt machen. Irgendwo tief in mir drin glaube ich dann auch daran, aber gefühlt habe ich das nicht. Schwierig zu erklären, was dann in solchen Momenten in mir los ist. Der Blutdruck lag bei 151/105, die Aufregung ging also nicht an meinem Körper vorbei.
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Tierisch aufgeregt saß ich also da im Wartezimmer, mit einer Schachtel Schokolade als Entschuldigung für den verpatzten Termin und meiner Spritze. Nachsorge und Spritzentag - All-In-Paket, juhu! Gedanklich habe ich mir Boxhandschuhe angezogen und war bereit in den Ring zu steigen - ab in die dritte Runde. Immer in Schutzstellung, es kann ja ein harter linker Haken kommen.

Zunächst mal eine gute Nachricht - meine Eierstöcke sehen gut aus und arbeiten nicht. So soll es sein. Die Brust an sich sieht auch gut aus. Ich erzählte mal etwas von einem blauen Fleck, der unter der Narbe sitzt. Dieser stellte sich heute als kein blauer Fleck heraus. Die Frauenärztin spürt eine Verhärtung, die wächst und großflächiger wird. In der Sonographie ist davon allerdings nichts zu sehen. Da höre ich schon alle Alarmglocken. Etwas spüren aber in der Sono nichts sehen. Was zu sehen ist, sind Wasseransammlungen. Was das zu bedeuten hat? Keine Ahnung. Ein Ultraschall bei meinem Dr. D. soll mehr Klarheit schaffen. Spätestens im März wird sich herausstellen, was das alles bedeutet. Da steht ein erneutes MRT der Brust an. Die Flüssigkeit und die Verhärtung sind wahrscheinlich auch das Problem, dass meine Brust so schmerzt. Ich kann nicht mehr auf dem Bauch liegen und das nervt gewaltig. Da ich aber bisher von einem blauen Fleck ausgegangen bin, habe ich mir da nicht sonderlich viele Gedanken drum gemacht. Trotz Schutzstellung in Boxhandschuhen, hat mich der erste Haken getroffen.
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Besorgniserregender empfinde ich meine Schmerzen in den Knochen. Mein unterer Rücken piekst und sticht, ebenso die Brustwand. Der Schmerz strahlt dann bis in den oberen Rücken durch. Einmal konnte ich nicht aufstehen, weil es so heftig wehtat. Es war nur für Sekunden, aber es war da. Knochen- und Gelenkschmerzen kenne ich. Das bringt die antihormonelle Therapie so mit sich. Aber so nicht. Das letzte Mal saß ich weinend auf dem Sofa, ich war wirklich verzweifelt und kurz davor ins Krankenhaus zu fahren. Ibuprofen hat nicht geholfen, ich wusste einfach nicht mehr wohin ich mit mir sollte. Eine Freundin gab mir dann aber den Tipp Novalgin-Tropfen auszuprobieren. Das half zumindest so, dass ich einschlafen konnte. Lange Rede - kurzer Sinn: eine erneute Knochenszintigraphie steht an, um Knochenmetastasen auszuschließen. Es könnten auch beanspruchte Nerven oder der Anfang einer Osteoporose sein. Da ich aber jedes halbe Jahr eine Infusion mit Bisphosphonaten bekomme (die hemmt den Knochenabbau), gehen wir davon eigentlich nicht aus. Gewissheit und Entwarnung gibt also nur eine Knochenszintigraphie. Ich halte die Hände fest in Schutzstellung, aber da ist er : der zweite Haken.
Ergebnisse von den Tumormarkern kommen hoffentlich morgen, ansonsten nächste Woche irgendwann.
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Wisst ihr was? Ich hatte soviel Angst vor der Nachsorge. Im Wartezimmer hatte ich die emotionale Stabilität einer Pusteblume. Aber als ich dann in den Ring gestiegen bin und die Schläge kassiert hab, rührte sich nichts in mir. Keine Angst, keine Panik. Es tat weh, aber ich war bereit! Weil ich weiß: egal was da kommt, ich boxe zurück. Auch mit Sehnenscheidenentzündung.
Solange nichts bestätigt ist, male ich weiter Konfetti in mein Leben. Die Ruhe in mir sagt mir nämlich, das Leben ist viel zu bunt um es ständig schwarz zu malen.
Euer Fuchsmädchen.




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