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Ein bisschen Zeit.

Ach ihr lieben Menschen da draußen. In letzter Zeit bin ich wohl ziemlich gefangen in meiner eigenen Welt, sodass ich jetzt und hier verspreche: ich verspreche nichts mehr. Ich weiß nicht, wann ich die Beiträge mit den praktischen Informationen verfasse. Aber das ist auch nicht weiter tragisch, denn es gibt soviele Frauen, die das schon mit viel Liebe und Hingabe machen. Deshalb möchte ich euch hier ein paar Mutmacherinnen ans Herz legen, denen ich bei Instagram folge:


*Lebensheldin

*paulinapaulette_

*brust.krebscommunity

*brustkrebs_karussell

*mamma_mia_brustkrebsmagazin


Jede Seite hat ihren eigenen Charakter. Es gibt viele persönliche Eindrücke, Tipps und Tricks gegen die verschiedensten Alltagswehwehchen für Brustkrebsbetroffene oder rein informative Beiträge wie man z.B. die Brust richtig abtastet uvm. Traurige und schöne Momente werden geteilt. Alles ist sehr authentisch und an passenden Stellen mit charmanten Witzen begleitet. Wer nicht auf Social Media unterwegs ist, dem kann ich folgende Seiten empfehlen:


(Dazu gibt es sogar eine App, die von Ärztinnen und Ärzten verschrieben werden kann)


Damit seid ihr gut versorgt und immer auf dem neusten Stand. Und ich kann das schlechte Gewissen abstellen.


Auf den Instagramseiten lese ich immer still und heimlich mit. Die Geschichten der Frauen berühren mich, haben mir oft Mut gemacht und ich bin immer wieder erstaunt, wie stark Menschen sind, wenn sie in manchmal so aussichtslosen Situationen stecken. "Das könnte ich nicht" denke ich nie, denn keine der Frauen und auch ich, hatten und haben nie eine Wahl. Wir müssen stark sein, um nicht unterzugehen und weiterzumachen. Aber auch wenn stark sein mittlerweile zum tagtäglichen Brot gehört, gibt es Tage an denen es auch einfach nur so aussieht. Manchmal fehlt die Kraft zum stark sein und ich habe gelernt, dass auch das völlig in Ordnung ist.


Die letzten Wochen waren ziemlich aufregend. Ich habe im Kindergarten Abschied gefeiert, meine neue Stelle angetreten, meine erste Lymphdrainage bekommen und Opipramol abgesetzt. Vor allem auf letzteres bin ich verdammt stolz. Denn ich hab es geschafft, nicht in Angst zu versinken ohne die angstlösenden Tabletten. Das ist -zumindest für mich- ein riesen Schritt, denn beim letzten Versuch ohne klar zu kommen, bin ich kläglich gescheitert. Mir ist es aber wichtig, davon loszukommen. Jede Tablette die ich nehme, stresst meinen Körper. Jede Tablette die ich also vermeiden KANN, möchte ich loswerden. Klar, oder?

Wenn mich also jemand gefragt hat wie es mir momentan geht, habe ich aus vollster Überzeugung gesagt: gut!


Heute ist aber einer dieser Tage, wo das Gegenteil der Fall ist. Wo stark sein einfach schwer fällt. Nichtsahnend habe ich heute Morgen Instagram geöffnet und gesehen, dass eine Frau ihren Kampf gegen den Krebs verloren hat. Auch das gehört zu den authentischen Geschichten auf Social Media dazu. Mir fällt es aber wirklich schwer, da den richtigen Umgang mit zu finden. Gibt es den überhaupt?

Ich kannte die Frau nicht, kenne aber ihre Geschichte und durch Beiträge, Fotos und ihr Geschriebenes fühle ich unheimlich mit. In erster Linie bin ich einfach berührt und traurig, denn sie war jung, hatte Familie und Menschen die sie lieben. Ich schicke gedanklich ganz viel Zuversicht und Stärke zu der Familie, auch wenn sowas nie ein Trost ist.


Auch wenn man Situationen nie vergleichen sollte, denke ich trotzdem an mich. Dann überfällt mich der Gedanke: wann bin ich dran?

Es versetzt mir wirklich einen Hieb in die Magengegend und von jetzt auf gleich fühlt sich alles wieder so uuuunglaublich schwer und mühselig an.

Glaubt mir, das fühlt sich nicht schön an - aber in der Hinsicht bin ich einfach machtlos. Diese Gefühle gehen auch vorbei - ich weiß. Positiv denken - ich weiß. Nicht vergleichen - ich weiß. Deine Prognosen sind doch gut - ich weiß. Bleib stark - ich weiß.


Ich weiß das alles, aber die Theorie in die Tat umzusetzen ist eben manchmal nicht so einfach, wie man es sich wünschen würde. Vielleicht brauche ich einfach noch ein bisschen Zeit bis ich den Weg gefunden habe, solche Schicksalsschläge nicht mit meiner eigenen Situation zu vergleichen. Vielleicht ist es aber auch das Normalste dieser Welt, eben das zu tun. Wichtig ist, dass ich nicht stecken bleibe, darin versinke oder untergehe. Von daher und in diesem Sinne: heute bin ich mal nicht stark und mir geht es auch einfach nicht gut. Aber morgen sieht die Welt schon wieder ein Stück heller aus. Das hat mich das Leben schon gelehrt und das ist etwas, worauf es sich aufzubauen lohnt.


Euer heute mal nicht so positives,

Fuchsmädchen.



 
 
 

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