Kinderwunsch und Krebs.
- fuchsmaedchen9
- 18. Feb. 2022
- 3 Min. Lesezeit

Auch vor der Krebsdiagnose war Kinderwunsch ein großes Thema für uns. Ca. 1 1/2 Jahre haben wir es versucht, bis wir uns Ende 2021 dazu entschlossen haben eine Kinderwunschklinik mit ins Boot zu holen. In unseren Augen sollte das heutzutage kein Tabu mehr sein. Wenn es nicht so klappt wie die Biologie das vorgesehen hat und die heutige Medizin die Möglichkeiten hat...warum nicht? Nichtsdestotrotz muss es natürlich jeder für sich selbst entscheiden - wie bei jedem Thema im Leben. Unser Termin stand also schon etwas länger fest. Nur haben sich die Rahmenbedingungen geändert. Ich habe mich zwischendurch gefragt, ob das schwanger werden jetzt überhaupt noch möglich ist? Wenn ja, was passiert dann mit der Therapie, wenn es soweit ist? Irgendwie hatte ich kein gutes Gefühl und habe auch irgendwie ein kleines bisschen die Hoffnung aufgegeben. Aufgrund guter Empfehlungen haben wir uns für die Kinderwunschklinik in Grevenbroich entschieden. (www.green-ivf.de)

Wir sind in die Hände von Frau Dr. TB gekommen und wie es der Zufall will, hat sie vor der Kinderwunschklinik im Brustzentrum gearbeitet und kennt sich bestens mit dem Thema Brustkrebs und Kinderwunsch aus. Die Klinik arbeitet sehr eng mit einer Düsseldorfer Klinik zusammen, die für unsere Möglichkeiten sehr gut ausgerichtet ist.
Zu unseren Möglichkeiten kann ich noch nicht viel sagen, denn das hängt ganz stark davon ab, welche Therapie in 3 Wochen offiziell steht: weiterhin Hormontherapie oder doch die Chemo.
Heute haben wir also nur etwas Blut abgegeben und die Optionen durchgesprochen.
Generell gilt: Nach der Therapie müssen wir 2 Jahre pausieren, ehe wir an Kinderplanung denken können. Aber es ist nicht unmöglich! Und das ist doch eine schöne Nachricht nach all den Schlechten diese Woche. Und wie man sieht, scheint nicht alles unmöglich und es geht doch irgendwie weiter - auch mit einem Knotenarsch! :-)
Direkt danach ging es weiter zur nächsten Praxis, wo eine sogenannte BRCA Bestimmung gemacht werden sollte. Ich könnte jetzt das medizinische Fachwort ausschreiben und die tollsten Formulierungen aus dem Internet niederschreiben. Aber ich versuche es mal in meinen Worten, damit es verständlich ist. Denn auch ich hatte anfangs große Fragezeichen vor mir, einen Haufen Blätter zum ausfüllen und viele Dinge zum lesen. Meine persönlichen Daten waren kein Problem, danach wurde es auch schon eng. Das Ganze hat mich unheimlich verwirrt und ich dachte wirklich die ganze Zeit daran, was mir Dr. D. dazu nochmal erklärt hat. Nach der Untersuchung habe ich immer noch einen riesen Stapel Papiere vor mir liegen, verstehe aber zumindest worum es bei dieser Untersuchung ging.
Die BRCA Bestimmung dient dazu, dass mein Blut auf verschiedene genetische Krebsmerkmale untersucht wird. Das bedeutet, in meinem Blut wird nach Genen gesucht, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen an Krebs zu erkranken. Da in meiner Familie niemand an Brustkrebs erkrankt ist, soll diese Untersuchung Aufschluss darüber geben, ob meine Diagnose trotzdem genetisch bedingt ist oder ob ich einfach nur verdammt riesen großes Pech hatte.

Die Praxis so: "Bitte lesen und ausfüllen.". Ich gefühlte drei Stunden später: "Gelesen, ausgefüllt und nichts verstanden.".
Außerdem musste ich die Blätter in der "Tagesklinik für Chemotherapien" ausfüllen und lesen. Das war ziemlich beängstigend. Allen, die das gerade durchmachen müssen, es vor sich oder schon hinter sich haben: ihr seid verdammt stark und vor allem nicht allein!

Und bevor ich nach dem langen Tag endlich auf die Couch kann, würde ich gern noch eins loswerden:
Liebe Frau T., in meinen Augen sind Sie die beste Hausärztin überhaupt! Ich danke Ihnen von Herzen, dass Sie sich stets für meine Gesundheit einsetzen, mich in den Arm genommen haben als ich mit der Diagnose in die Sprechstunde kam, dass Sie mit mir fühlen, auch wenn man als Ärztin immer etwas Abstand zum Patienten hat, dass Sie mir das Gefühl geben ich und meine Gesundheit sind wichtig, dass Sie hier mitlesen und sich interessieren, dass Sie einfach so anrufen, um mir zu sagen wie gut Sie meinen Umgang mit der Krankheit finden und vor allem alle kleinen und großen Wehwehchen und mich ernst nehmen. Genau wie Dr. D. machen Sie nicht nur ihren Job, sie sind mit Herz dabei und das ist ein unglaublich gutes Gefühl. Worte können das nicht ausdrücken, wie dankbar ich bin, dass ich Ihre Patientin bin. Tausend Dank!




Kommentare