Let the Bestrahlung begin
- fuchsmaedchen9
- 12. Mai 2022
- 3 Min. Lesezeit
Endlich ein Ende finden, zum Abschluss kommen und nach vorne schauen. Das wünsche ich mir. Oder wie man so schön sagt und für mich als Bücherfan sowieso immer passend: ein altes Kapitel schließen um ein Neues beginnen zu können.
JA. Es geht vorwärts. Heute war ein wichtiger Tag für mich - das Vorbereitungsgespräch für die Strahlentherapie. Prinzipiell habe ich keine Angst davor - eher im Gegenteil. Ich freue mich auf gezielte Strahlen in die Knotenarschgegend.

Aber die Aufklärung über die Nebenwirkungen haben mich schon in kurze Panik verfallen lassen. Irgendwie meint das Schicksal es aber gut mit mir, denn meine betreuende Ärztin war so nett, einfühlsam und kompetent, dass sie mir jegliche Angst genommen hat. Wir gehen jetzt einfach davon aus, dass ich das alles gut überstehe und wenig Komplikationen oder Nebenwirkungen auftreten. Um euch ins Bild zu setzen, was mich so erschrocken hat, hier mögliche Risiken während und nach der Bestrahlung möglich:
-Lungenentzündung, weil ein Teil der Lunge mit bestrahlt wird. Dadurch bedingt 3-4 Prozent weniger Lungenvolumen.
-Brustveränderung: die Farbe der Brust kann sich für immer ändern, oder das Bindegewebe zieht sich durch die Strahlen so zusammen, dass die Brust deutlich kleiner wird.
-Brustentzündungen einhergehend mit Rötungen (wie Sonnenbrand), heiße Brust und Schwellungen, Juckreiz, offene nässende Stellen, Brennen oder Schuppenbildung.
-Rippenbrüche an der Brustwand: durch die Strahlen werden auch die Rippen entlang der Brustwand bestrahlt, sodass diese porös werden und leichter brechen.
-Aktivierung eines Zweittumors (wenn ich an die CT’s und MRT’s denke wird mir sowieso schon speiübel)
-Lymphödem (Schwellungen unter der Haut, weil die Lymphen nicht vernünftig arbeiten können.
-Nervenschäden
-Durch eine “spezielle Atemtechnik” (für mich einfaches ein- und ausatmen….) wird das Herz heutzutage wohl nicht mehr so belastet.
-Müdigkeit (noch mehr als sonst?????? Hilfe…)
Da das alles soviel war, hat sie mir netterweise eine Kopie gemacht. Leider kann ich die Schrift nicht gut lesen, deshalb weiß ich nicht, ob jede Nebenwirkung dabei ist. Ich denke aber, dass da schon einiges zusammengekommen ist. Ein wohl verbreiteter Aberglaube ist, dass die Brust während der Therapie nicht nass werden darf. Das ist nicht richtig! Duschen ist sehr wohl erlaubt, nur baden oder schwimmen nicht. Das Gewebe soll nicht “eingeweicht” werden.
Die Ärztin hat sich auch alle Werte angeschaut und meinte das würde wohl alles gut aussehen. Mein Hauptrisiko ist mein Alter. Weil ich einfach unglaublich viel Zeit habe ein Rezediv (wiederauftretender Brustkrebs) oder Fernmetastasen zu entwickeln. Deshalb sollte auch alles ganz schnell gehen. Und so wurde kurzerhand aus einem Vorgespräch, die Vorbereitung auf die Strahlentherapie, die eigentlich erst nächste Woche stattfinden sollte.
Dafür hat sich die Ärztin eingesetzt. Ich bin mal wieder sehr dankbar und ich glaube Ärzte/Ärztinnen können sich garnicht vorstellen, wie gut es tut, wenn man sich gut aufgehoben fühlt!
Ein CT wurde gemacht. Mir wurde eine Brille aufgesetzt in der ich Balken sehen konnte, damit ich meine Atmung kontrollieren kann. Das wurde gespeichert für den ersten Termin. Zusätzlich habe ich ein großes aufgemaltes Kreuz zwischen meinen Brüsten sowie an den Seiten. Darüber kleben durchsichtige wasserabweisende Pflaster. Das dient dazu, dass ich immer in der richtigen Position liege. Nackt über einen Schießstand rennen sollte ich jetzt wohl lieber nicht! :)
Meine Bestrahlung startet schon nächste Woche Donnerstag und geht über 3 Wochen, von MO-FR, 16x. 10-15 Minuten dauert das ca., weil ich eine Extrastrahlendosis genau dahin bekomme, wo die Knotenärsche waren.
Da ich immer noch ein Hämatom in der Brust habe, wollte die Ärztin checken, ob ich ab nächste Woche überhaupt starten kann. Als ich mich ausgezogen habe und sie meine Brüste gesehen hat meinte sie: “AAACH SUPER, die Brust ist perfekt dafür geeignet. Nicht zu klein, nicht zu groß. Ideal.” Nett, dass sie mir soviele Komplimente für meine Brüste gemacht hat.
Das Hämatom ist aber schon so klein, dass es keiner weiteren Behandlung bedarf.
Da ich momentan im absoluten Lauffieber bin, wollte ich unbedingt wissen ob ich währenddessen weiter joggen darf. Meinem Kopf UND Körper tut das Laufen wahnsinnig gut. Ich war sogar richtig nervös, als ich die Frage stellte. Irgendwie hatte ich Angst vor einem nein. ABER (ein gutes aber) ich darf laufen. Voraussetzung dafür ist ein festsitzender Sportbh und ich musste versprechen nur zu laufen, wenn es nicht wehtut. Ansonsten soll ich aufs Walken oder Spazieren ausweichen. Wenn die gute Frau wüsste, dass ich langsam laufe, sodass andere neben mir spazieren können…..
Nach der Therapie würde eine sogenannte AHB (AnschlussHeilBehandlung) anstehen (man muss nicht - aber ich will). Dafür habe ich eine Internetadresse bekommen, um mir Kliniken auszusuchen. Das gehört zur Krebsnachsorge. Geregelt wird das Ganze durch den Sozialdienst. Ob es in meinem Fall dann dazu kommt, steht allerdings noch in den Sternen. Aktuell warten wir auf einen Rückruf der Kinderwunschklinik. Es stehen wichtige Entscheidungen an. Mehr dazu erkläre ich allerdings beim nächsten Mal, genauso wie es gerade um meine emotionale Gesundheit steht.
PS.: Jemand Tipps gegen Rippenschmerzen im Bauch? Es fühlt sich auch irgendwie knubbelig an. Ich werde wirklich wahnsinnig und denke ständig an Knochenmetastasen.




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