Suche hungrige Flamingos!
- fuchsmaedchen9
- 4. Apr. 2022
- 2 Min. Lesezeit
Die Nachwehen der Operation halten sich echt in Grenzen und ich dachte schon, dass das viel zu schön ist um wahr zu sein. Mehrmals habe ich auf Holz geklopft. Es zwickt, pocht und piekst zwar, aber für eine frisch operierte Brust kann ich mich wirklich nicht beklagen. Was mich dennoch sehr erschrocken hat, war das Aussehen. Zwei große Narben, eine direkt an der Brustwarze und eine an der Achsel. Dellen, eingedrückte Stellen und die Brustwarze ist dadurch stark nach links geneigt.
"Das legt sich alles wieder"
"Das Gewebe wird sich auch noch etwas setzen."
"Die Narben wird man kaum noch sehen."
"Zeit heilt alle Wunden."
"Heutzutage kann man ja was dagegen tun, wenn dich das Aussehen dann stört."
Alles Sätze, die jetzt irgendwie an Bedeutung verloren haben. Warum?
Nachdem ich heute bei meiner Hausärztin war und mir einmal das Gefühl "mit der Zeit wird alles besser" und etwas gegen eine Blasenentzündung abgeholt habe, kam eben dann der Hammer: Dr. D. rief an und teilte mir mit, dass er schon vorläufige Ergebnisse hat, also unter Vorbehalt. Und die haben mich mal wieder dermaßen umgehauen, dass mir die Luft zum Atmen wegbleibt.
Es handelte sich nicht um zwei Knotenärsche sondern um vier, die auch deutlich sichtbar waren. Neben diesen vier "Großen" sind auch noch mehrere kleine Herde gewesen. Circa 2-3mm groß. Deshalb würde sich Dr. D. gerne mit einem Radiologen zusammensetzen und die Bilder des MRT's nochmal neu bewerten. Im Klartext bedeutet das, dass die Ärzte jetzt abwägen, ob eine Abnahme der ganzen Brust nicht doch sinnvoll ist. Um die Chemotherapie werde ich also vermutlich auch nicht drumherum kommen. Immer wenn ich denke jetzt habe ich eine große Hürde hinter mich gebracht und ich kann etwas aufatmen, werde ich erneut zu Boden gerissen. Und jedes Mal ist es schlimmer als vorher. Aus einem Tumor sind zwei geworden, aus zwei Herden vier plus mehrere Kleine. WAS EIN SCHEIß!
Mittwoch ist die Tumorkonferenz, wo mein Fall mit all meinen Werten besprochen wird. Also weiß ich hoffentlich spätestens Donnerstag, wie es weitergeht. Gerade bin ich einfach nur geschockt, Tränen habe ich auch schon vergossen. Denn irgendwie fühle ich mich gerade näher am Sterben als am Leben. Das ist ein ganz beschissenes Gefühl. Aber ich unterdrücke es nicht, denn das gehört nunmal dazu. Aber.......
......"Nie die Angst siegen lassen."
Diese Worte hat mein Mann mir gesagt und irgendwie liegt ganz viel Gewicht darauf. (Sagt man das überhaupt so?)
Was ich damit sagen will ist, dass es mir gerade nicht gut geht. Die Information hat mich umgehauen und ja, ich habe verdammt nochmal Angst was noch alles auf mich zukommt, wie es weitergeht, was es aus mir macht und wie es ausgeht. Aber ich weiß auch, dass der morgige Tag schon wieder anders aussieht. Die Angst darf mich nicht zerfressen, genauso wenig wie der fucking Krebs. Sonst brauche ich nämlich garnicht weiterkämpfen.
Und das kommt überhaupt nicht in die Tüte! Was ich allerdings gerne in die Tüte packen würde wären Flamingos. Die fressen Krebse nämlich unheimlich gerne. Deshalb sind sie auch pink. Also.... HER MIT DEN FLAMINGOS und ran an die Insekten, die sich bei mir breit machen wollen!




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