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The mind fuck

Aktualisiert: 18. März 2022

Heute gibt es gute und schlechte Neuigkeiten.


Zunächst einmal die Guten, weil die Schlechten etwas mehr Zeilen in Anspruch nehmen: Entwarnung vom Kopf-CT: alles in Ordnung! Es ist nichts sichtbar, zumindest nichts Schlimmes.


Nun zu den schlechten Nachrichten:

Vorhin erhielt ich den Anruf meiner Frauenärztin, dass der Befund des Mamma MRT's da ist. Was soll ich sagen... ZUM GLÜCK habe ich das machen lassen. Denn leider leider ist ein zweiter Tumor in der Brust gefunden worden. 2cm neben dem Knotenarsch, 1,8cm groß. Also doch kein Einzelkind. Der kleine Knotenarsch hat einen doppelt so großen Bruder! Ich könnte im Strahl KOTZEN!


Ehrlich gesagt bin ich noch ziemlich von der Rolle. Auf der einen Seite bin ich froh, dass ich das MRT gemacht habe und man den zweiten Tumor vor der OP entdeckt hat. Dann bin ich sauer, weil so eine wichtige Untersuchung nicht von den Krankenkassen gezahlt wird. Auf der anderen Seite könnte ich nur weinen und absolut durchdrehen. Diese ganze Achterbahnfahrt zerrt so dermaßen an meinen Nerven, dass ich manchmal nicht weiß, wie ich da emotional heil wieder rauskommen soll. Und ja, manchmal kommen mir eben auch die Gedanken, ob ich da überhaupt wieder heil rauskomme..

Das Bild ist in Maastricht entstanden. Passt heute richtig gut...


Das Gute im Schlechten ist wohl, dass es keine Metastase ist. Es ist ein weiterer Herd. Fragt sich nur, welcher von den zwei Arschlöchern zuerst da war. Eigentlich ist das aber ziemlich egal. Beide nerven mich gewaltig. Metastase würde bedeuten, dass der eigentliche Tumor gestreut hat. Das ist - wenn man das so sagen kann - der schlechtere Fall. Eine weitere Botschaft hat mich heute auch noch erreicht: in der Tumorkonferenz ist "beschlossen" worden, dass ich am Montag, den 28.03 stationär aufgenommen werde. Dann wird eine Untersuchung des Wächterlymphknoten gemacht und am Dienstag, den 29.03 darf ich dann ENDLICH TSCHÜSSIKOWSKI zu beiden Knotenärschen sagen. (Das ist natürlich noch eine gute Nachricht!)

Der Wächterlymphknoten ist übrigens die Lymphe, die dem Tumor am nächsten ist und somit die Gefährlichste. Sollte diese befallen sein, ist das wohl kein gutes Zeichen. Denn dann würde das bedeuten, dass das Tumorgewebe "weitergeflossen" ist. Aber daran möchte ich jetzt noch nicht denken. Auch wenn sich die Gedanken immer wieder in mein blödes Hirn drängen wollen.


Nach der Operation werden beide Knotenärsche untersucht. Je nachdem wie die Ergebnisse ausfallen, gibt es also doch noch eine Chemotherapie. Also drückt mal alle doppelt und dreifach die Daumen, dass der Wächterlymphknoten frei ist und die beiden Knotenärsche nicht so beschissene Werte haben...


Apropos! In den MRT-Bildern habe ich neben dem Knotenarsch och etwas gesehen. Ich habe aber SO positiv gedacht, dass ein weiterer Tumor garnicht in Frage kam! Was lerne ich daraus? Bilder eines MRT's zu interpretieren ist scheiße.


Wer meine Geschichte schon von Anfang an verfolgt oder mich kennt, weiß, dass ich meine innere Ruhe in der Natur finde. Also sind wir eben in unseren Garten gegangen, um mal ganz tief durchzuatmen.




Als Norwegen-Liebhaber und Fans der Nordlichter kam das Naturschauspiel am Himmel genau richtig. Unfassbar schön, oder? Nichts desto trotz habe ich erstmal ordentlich Tränen vergossen. Aus Angst, sowas Schönes nicht mehr sooft zu erleben und vor allem viel zu früh nicht mehr neben meinem Mann auf der Bank sitzen zu können. Allein das schwarz auf weiß zu schreiben treibt mir die Tränen in die Augen. Ich weiß, dass ich positiv denken und fühlen soll. Aber manchmal reißt das Leben einen so heftig zu Boden, dass es schon schwer ist den Kopf zu heben...Man ich versuche ja echt stark zu sein, aber in solchen Momenten ist es so verdammt schwer! Und auch wenn ich weiß, dass es durchaus schlimmere Schicksalsschläge gibt.


Zu der Bank im letzten Bild gibt es übrigens eine Geschichte, das ist nämlich die sogenannte Krebsbank. Als wir das Haus gekauft haben, haben wir die Bank geschenkt bekommen. Jemand hat vor einigen Jahren die Diagnose Krebs bekommen, sich auf diese Bank gesetzt und überlegt, wie es in dessen Leben wohl weitergehen soll. AUFGEBEN IST KEINE OPTION. Dieser Jemand lebt heute noch!! Vor 2 Jahren hätte ich niemals damit gerechnet, dass ich mal auf dieser Bank sitze mit genau demselben Gedanken. Ziemlich verrückt, dass die Bank ihren Weg zu uns gefunden hat.....


Gestern war ich so glücklich. So schnell kann sich alles ändern. Wegen ein paar Zentimetern.

 
 
 

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