TicTac und family trust
- fuchsmaedchen9
- 20. Feb. 2022
- 2 Min. Lesezeit
Wie erzählt man Kindern, dass man Krebs hat?
Ich bin Erzieherin im Kindergarten und kenne es, Kindern kindgerecht verschiedene Themen näher zu bringen. Aber einem zehnjährigen Familienmitglied erklären, was gerade los ist? Das ist echt schwer! Mein Bruder und seine Frau wollten heute ein Gespräch mit meinem Neffen führen und ihm die Situation erklären. Luca ist 10, unheimlich sensibel - vor allem was die Familie angeht. Wenn er sich für ein gutes Zeugnis etwas wünschen darf, will er immer mit der ganzen Familie essen gehen. Ist das nicht süß? Er merkt, wenn innerhalb der Familie Veränderungen anstehen und hat auch leider schon früh eine Oma verloren - und zwar aufgrund von Krebs... Deshalb war das Ganze noch schwieriger! Trotzdem finde ich die Entscheidung meines Bruders und seiner Frau gut, Luca in die Situation mit einzubeziehen. Denn er hat schon gemerkt, dass die Stimmung in der Familie viel ruhiger ist...
Wir haben Luca folgendes erklärt:
"Ich war beim Arzt. Dieser hat einen Knoten in meiner Brust gefunden, der da nicht hingehört. Das nennt man Brustkrebs." Bei dem Wort Brustkrebs habe ich gesehen wie schockiert er war und musste sofort anfangen zu weinen. Und genau DAS wollte ich vermeiden. Also habe ich schnell weitergemacht: "Der Knoten ist früh gesehen worden, also kann man das gut heilen."
Ich hab ihm von meiner Therapie mit Tabletten und Spritzen erzählt und dass der Knoten danach aus der Brust operiert werden kann. Das Wort Chemotherapie habe ich auch mit eingebracht und erklärt. Und auch wenn manche jetzt denken "wie hart oder unnötig", dazu eine kurze Erklärung: Das Wort Chemotherapie ist selbst für Erwachsene beängstigend! Ich wollte ihm klar machen, dass die Therapie etwas Gutes ist. Es hilft nämlich dabei, dass der Knotenarsch kleiner wird! Und nachdem ich gesagt habe, dass man auch manchmal die Haare verliert, schaute er mich ganz intensiv an und sagte: "Aber dann hast du doch eine Glatze!" und lachte dabei. In dem Moment dachte ich, dass es okay war zu weinen. Das darf nämlich auch sein und wie man sieht, kann man danach auch wieder über Glatzen lachen!
Ich zeigte ihm außerdem das Ultraschallbild, wo man den Knotenarsch sehen kann und habe ihm alles erklärt. Er sagte dann, dass er Ultraschall von Mama schon kennt als sie schwanger war! Er hatte keine Fragen und uns war allen klar, dass er das jetzt erstmal verarbeiten muss. Zuhause angekommen sagte er schon, dass er ganz schön traurig ist deswegen. Aber das darf auch sein Luci. Leider gehören auch solche Dinge zum Leben dazu... wichtig ist nur, dass man Kinder mit ins Boot holt und zeigt, es ist trotzdem alles gut. Denn wir haben uns, die Familie. Gemeinsam schaffen wir alles, darauf vertrauen wir!

Zum Lernen hat Luca TicTacs mit englischen Wörtern darauf. Ich durfte mir welche nehmen und diese Zwei kamen heraus. Manchmal ist das Leben schon verrückt!




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