Von Hochs und Tiefs
- fuchsmaedchen9
- 7. Aug. 2022
- 2 Min. Lesezeit
Nach dem letzten düsteren Eintrag kommen jetzt mal positivere Gedanken. Heute halte ich mich aber nur kurz, denn ich sitze gerade mit meinem Mann und unserem Neffen Luca am See. Ein lang versprochenes Date: wir angeln und genießen die Zeit zusammen, denn das ist wohl das Wichtigste! Außerdem geht der Mond um halb eins unter und die Sternschnuppennächte gehen los. Also Augen zum Himmel!

Meine stechenden Rückenschmerzen haben sich zwar nicht in Luft aufgelöst, aber ich mache mich deshalb nicht mehr verrückt. Dr. Google frage ich übrigens schon lange nicht mehr, wenn es um Symptome geht. Da kommt sowieso immer das Schlimmste bei raus. Meine Brust fühlt sich wieder normal an, obwohl die Verhärtung unter der Narbe noch da ist. Das könnte aber auch eine Nachwirkung der Strahlentherapie sein. Die Ärztin hat ja erklärt, dass sich das Gewebe fester anfühlen wird...
Ich denke, dass ich in den letzten Wochen in einem fiesen Tief gefangen war. Es ist unglaublich viel passiert, womit meine zarte Seele erstmal kämpfen und klar kommen musste. Das hat sich ordentlich auf meine Laune, meine Gedanken und auch meinen Körper ausgewirkt. Manchmal kommt es mir dann vor, dass ich wirklich keine Kraft mehr habe weiterzumachen. Alles fühlt sich so schwer an. Letztendlich merke ich dann nach einer Weile: "Immer wenn ich denke ich kann nicht mehr, mach ich doch irgendwie weiter."
Viele Menschen sind für mich da und helfen mir. Aber eins ist Fakt: nur wer selbst davon betroffen ist, kann sich in meine Gedanken und Gefühle hineinversetzen. Ansonsten kann man es sich nur vorstellen und erahnen, wie es wohl ist. So ist es einfach. Deshalb bin ich froh, dass mir eine Freundin geblieben ist, die genau das kann und es schafft mich in solchen Momenten zu trösten und aufzubauen. Aber trotzdem bin ich meinem Mann, meinen Eltern, meinen Schwägerinnen, besten Freunden.... und allen anderen mir nahe stehenden Menschen ebenfalls sehr dankbar. Ihr zeigt Verständnis und haltet meine Launen, Gedanken und Gefühle aus und fangt mich auf. Und ich weiß, wie ätzend das manchmal sein kann. In solchen Situationen bin sogar ich genervt von mir!
Also: Mit oder ohne Krebs - es gibt immer irgendwelche Hochs und Tiefs im Leben. Die Hochs sollten wir alle schätzen und im Herzen tragen. Die Tiefs überstehen wir irgendwie immer, auch wenn es scheint man würde sie nie überwinden. Eins halte ich mir immer vor Augen, auch wenn es zeitweise verschwimmt: schlimmer geht immer. Das ist die harte Wahrheit.

Diese Wolke war nur für einige Sekunden da und ist dann verschwunden. Was für ein besonderer Moment - Ivonne ist immer da.
PS.: zum Thema Bücher für - was wäre wenn - mache ich die Tage nochmal einen gesonderten Beitrag.
Mein Neffe würde sich übrigens ein "dicken fetten Zander" wünschen, wenn er eine Sternschnuppe sieht. Tim will es nicht verraten, dann geht es nicht in Erfüllung. Ich denke dann ganz fest an Gesundheit für mich und all meine Lieblingsmenschen. Da denke ich sowieso ständig dran - mit oder ohne Sternschnuppe. Was würdet ihr euch wünschen?




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